Galerie Meier Freiburg



Jens Wohlrab und Joseph Stephan Wurmer
Das Harte und das Flüssige - in der Freiburger Galerie Meier liegt beides derzeit nahe beieinander, wenn Jens Wohlrab seine Straßen und Stadtlandschaften in flirrende Farbwolken auflöst und der Bildhauer Joseph Stephan Wurmer daneben seine aus massivem Zedern- und Mooreichenholz gefertigten filigranen Raumkörper vorführt. Wohlrabs am Computer verfremdeten fotografischen Vorlagen verwandeln sich auf seinen Großformaten in rhythmisch schwingende Farblichtinseln, welche die letzten Reminiszenzen der Dingwelt absorbieren oder sie nebelhaft überlagern. Latent unheimlich oder auch anheimelnd warm ist die Atmosphäre dieser schmucken Bilder, die mitunter an die Postimpressionisten erinnern. Einige sind durch pastose Einsprengsel zusätzlich akzentuiert. Der fotografische Blick wird dabei förmlich ins rein Malerische umgelenkt. Der Effekt ist keineswegs neu, aber die Bilder haben Kraft. Geballte Energie - wie Wurmers aus einem einzigen Holzblock gesägten Skulpturen. Mit ihren gekippten, im Halbkreis gestaffelten Flächen wirken sie streng raumfordernd, so architektonisch wie naturverhaftet. Und der filigran ausgehöhlte Fußball aus Zedernholz widersteht unschwer jedem Zucken in den Zehenspitzen. Stefan Tolksdorf